Durchblicken im Internet

Das Internet bietet auch für mittelständische Bauunternehmen gute Chancen zur Auftragsgewinnung. Doch um in diesem Medium langfristig Erfolg zu haben, benötigen Sie ein Online-Konzept, das Sie mit System ans Ziel bringt.

Das Internet wird immer wichtiger, da immer mehr potenzielle Auftraggeber sich erste Informationen für ein Bauvorhaben übers Internet holen. Nur mit gut vernetzter Online-PR/Werbung lassen sich potenzielle Kunden frühzeitig erreichen. Ein erfolgreiches Modell beinhaltet folgende Punkte: Die Basis bildet die eigene Firmen-Website. Weitere Online-Instrumente/ Kanäle für die Vernetzung sind „Google Adwords“ der Suchmaschine Google und Aktivitäten in Sozialen Netzwerken („Social Media“), plus gezielte Online-PR-Kampagnen. Mit neuen Elementen wie „QR-Codes“ kann man diese bekannt machen.

Mini-Anzeigen mit regionalem

Google AdWords sind relativ preiswerte Mini-Online-Anzeigen, die sich ganz gezielt regional „schalten“ lassen. Wichtig sind die gebietsmäßige Eingrenzung auf Ihren Heimatmarkt sowie prägnante Schlüsselbegriffe, sog. Keywords. Dabei handelt es sich um Worte, die Interessenten auf der Suche nach bestimmten Leistungen, Produkten oder Firmen in Online-Suchmaschinen hauptsächlich eingeben. Bei der Auswahl der besten Keywords hilft das neue „AdWords- Keyword-Tool“ von Google (www.adwords.google.de). Empfehlenswert ist, in den AdWords auf Unterseiten (Landingpages) der Firmen- Website zu verlinken, die sich ganz direkt auf die AdWords-Suchbegriffe beziehen. So bekommt der „Besucher“ schnellstmöglich genau die Informationen, die er sucht. Des Weiteren können Google AdWords auf Firmenpräsenzen in Sozialen Netzwerken (Social Media) verlinken.

Mit Facebook auf Kundenfang

Das größte und am meisten genutzte Soziale Netzwerk ist Facebook. In Ihrem Fokus sollten die Facebooker stehen, die im Marktgebiet Ihres Unternehmens wohnen und arbeiten. Bei der Nutzung von Facebook für Ihren Baubetrieb müssen unbedingt zwei Punkte beachtet werden.

  1. Wer (s)ein Privatprofil gewerblich nutzt, macht sich strafbar! Also muss eine sog. Firmen-Fanpage erstellt werden.
  1. Für Facebook-Fanpages gilt die Impressumspflicht entsprechend fester Vorgaben! Der wesentliche Unterschied zwischen Privatprofil und Fanpage liegt darin, dass sich auf Ersterem „Freunde“ (also Privatkontakte) finden, und auf Zweiterer „Fans“ des Unternehmens gewonnen werden – und man sich hier mit anderen Firmen und Institutionen verbinden kann. „Facebook regional nutzen“ bedeutet, sich mit den Fanpages der Stadt oder Gemeinde und des Landkreises zu verbinden, mit Immobilienseiten, der Bank oder Sparkasse, der Tageszeitung, mit örtlichen Vereinen, der Feuerwehr, dem Bäcker, dem Metzger usw. Hier werden neue Fans gewonnen und bestehende Geschäfts- und Kundenkontakte gepflegt.

Geschäftsanbahnung via Fanpage

Eine Fanpage darf keine „zweite Website“ sein, also nicht statisch mit „Eine-Richtung-Kommunikation“ – schließlich ist sie ein echtes Dialog-Medium. Es gilt, als Fanpage-Betreiber aktiv zu sein, auf sich aufmerksam zu machen und sein Unternehmen seriös, interessant und lebendig zu präsentieren. In der Anfangsphase nehmen sich Firmenchefs dieser Aufgabe persönlich an – schließlich kennen sie den Betrieb am besten. „Wir haben damit beste Erfahrungen gemacht“, berichtet Christian Baumann, Marketing- und Vertriebsleiter der Hausbaufirma Bien-Zenker. In Facebook gebe es hochwertige Kundenanfragen und Geschäftsanbahnungen, teilweise mit verbindlichen Terminvereinbarungen für konkrete Verkaufsgespräche. Die Themen und Inhalte sind die gleichen wie auf der Firmen-Website und in den Google AdWords. Neben betrieblichen Leistungen, Referenzprojekten usw. lebt die Fanpage von Lokalkolorit und virtuell-persönlichen Kontakten. Auf der Firmen-Fanpage lassen sich Stellenanzeigen u.a. umsonst platzieren, es gibt auch die Möglichkeit, Facebook-Anzeigen zu schalten; natürlich regional eingrenzbar und exakt zugeschnitten auf ganz bestimmte (Kunden-)Zielgruppen!

In 5 Schritten zur erfolgreichen Firmen-Fanpage

  1. Privatprofil (bei www.facebook.de) anlegen
  2. Fanpage einrichten
  3. Impressum einbauen
  4. Verbinden mit anderen relevanten Fanpages
  5. Mit Infos, Kommentaren und Bildern aktiv „Fans“ (gleich potenzielle Kunden) gewinnen

Internet-Kampagnen vor der Haustür

Für maximale Reichweite im Netz sorgen als weiterer Baustein eines erfolgreichen Online-Konzeptes sog. Online-PR-Kampagnen. Dabei werden suchmaschinenoptimierte Texte, die die gleichen Keywords wie die Firmen-Website und Google AdWords verwenden, benutzt. Es kommt darauf an, nicht zu wenige – aber auch nicht zu viele – Suchbegriffe in die Online-Texte einbauen. Sogenannte Keyword-Density-Tools (Suchbegriff-Dichte) helfen bei der Optimierung.

Tipp: Suchbegriffe lassen sich kombinieren, gute Erfolge bringen Suchbegriff und Ort; beispielsweise „Kellerbauer Musterdorf“, „Gebäude-Sanierung Musterdorf “ oder „Straßenbauer Musterdorf “. Damit sind sie regional in den Internet-Suchmaschinen wirksam. Sprich, es lässt sich Nachfrage vor Ort erzeugen. Die Texte werden dann über Hunderte kostenlose Presse- und Informationsportale (z.B. online-zeitung.de, firmenpresse.de, deutschepresse.de usw.) verbreitet.

Ohne das Internet geht es heute nicht. Jedoch ist nicht alles sinnvoll, was machbar ist – und unterschiedliche Unternehmen haben ganz unterschiedliche Ziele und Anforderungen an ein erfolgreiches Online Marketing. Mitunter ist es die schiere Reichweite, die zählt. Oder eben die Regionalität. Es kommt auf die richtige Strategie und das passende Konzept für Ihren Baubetrieb an.

Der Artikel ist erschienen in: Zeitschrift Baugewerbe, 11 2014

Norbert Weimper

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Work-Live-Balance? Bei selbstständig Kreativen bilden Arbeit und Freizeit die zwei Seiten der spannenden Medaille #Leben.
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