Der Fertigbau heute – besser als sein Ruf!

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Seriöse Chronisten legen den Beginn der Fertighausindustrie in Deutschland auf etwa das Jahr 1950. Damit kann der Fertigbau hierzulande bereits auf eine über 60-jährige Erfolgsstory zurückblicken. Ein langer Weg, der von der Stunde Null zu einem Marktanteil von rund 17 % (2015) führte und dennoch auch heute noch von Mythen und Vorurteilen begleitet wird. Zeit also, mit einigen dieser ‚Oldies’ aufzuräumen.

Nach wie vor hält sich hartnäckig die Meinung, dass es im Fertigbau hauptsächlich um Typenhäuser geht. Fakt ist: Begonnen hat alles mit dem Haus von der Stange, d. h. dem preiswerten Typenhaus. Standardisiert, unveränderbar, Architektur der Marke Siedlerstolz usw. Das ist heute passé, vergessen Sie’s. Zwar gibt es auch heute noch preiswerte Typenhäuser, es dominiert jedoch ganz klar das individuell geplante Haus. Gebaut wird alles, was der Kunde wünscht, bis hin zum Entwurf vom freien Architekten, ob ein- oder mehrgeschossig, ob Bauhausstil, Stadt- oder Landhaus, Glas- oder Plus-Energie-Haus.

Hieraus ergibt sich, dass zwischen dem Fertighaus und dem Haus in konventioneller Bauweise kein Preisunterschied mehr besteht. Individuelle Planung kostet Geld, die Pluspunkte des Fertighauses liegen heute in erster Linie im Bereich der Abwicklung: Komplettlieferung aus einer Hand, Referenz- bzw. Musterhäuser (Ausstellungen), reproduzierbare Qualität durch Vorfertigung im Werk, Qualitätssicherung durch Gütegemeinschaft, energiesparende Bauweise (Winddichtigkeit, hoher Dämmstandard), kostenloser Kundendient und nicht zu vergessen die Festpreisgarantie. Letztere beträgt zwölf Monate und mehr und ermöglicht eine sichere Finanzierung. Was allerdings nicht ausschließt, dass es zu Mehrkosten kommen kann, wenn besondere Extras hinzukommen. Trotz Festpreis gilt daher: Einen kühlen Kopf bewahren und die Extrakosten im Blick behalten!

Ein klassisches Argument aus den Gründerjahren des Fertigbaus war immer: Die Verbundbauweise ermöglicht dünnere Wände, was bei gleichen Außenabmessungen zu mehr Wohnfläche führt als beim Steinhaus. Auch dieses Argument gilt heute nicht mehr. Dicke Dämmpakete in den Wänden haben dazu geführt, dass heutige Wanddicken bei beiden Bauweisen zwischen 30 und 40 cm liegen, das Ergebnis bei der Wohnfläche sich somit kaum noch unterscheidet.

Das „schnellste“ Haus der Welt ist auch heute noch das Fertighaus. Dank der Vorfertigung im Werk, der Abwicklung aus einer Hand geht’s in der Tat immer sehr schnell. Die meisten Hersteller garantieren einen präzisen Einzugstermin, innerhalb einer Woche steht die regendichte Haushülle, bis zur Übergabe vergehen in aller Regel nur drei bis vier Monate, inklusive Unterkellerung. Im Einzelfall kann es sogar noch schneller gehen, dann allerdings nur bei ‚Rekordbaustellen’ mit Vorzeige-Charakter. Und was den Keller anbelangt: Zum Fertighaus gehört heute ganz einfach auch der Fertigkeller in Beton. Elementiert, absolut dicht und in Rekordzeit montiert. Die mangelhafte Abstimmung zwischen Haus- und Kellerbauer, ein Problem früherer Jahren, ist heute ad acta gelegt. Einige Haushersteller verfügen mittlerweile sogar über eine eigene Kellerfertigung, was die Abwicklung noch einfacher gestaltet.

Alles in allem: Der Fertigbau von heute macht deutlich, dass Bauen ohne Stress möglich ist, bei gleichzeitiger Kontrolle der Kosten. Dank einer Abwicklung und Fertigung, die vielfach als Blaupause für den konventionellen Hausbau gedient hat. Eine Entwicklung, die so manche Probleme gelöst und unterm Strich allen Bauinteressenten Vorteile gebracht hat. Hierbei wurden so manch alte Zöpfe abgeschnitten, auch im Fertigbau!

von Paul Daleiden

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