Bau-Marketing.community vor Ort: Holzhaus-Wohnheim für Flüchtlinge

Bauer Holzbau_Holzhaus fuer FluechtlingeDonnerstag, 21. April 2016: Großer Bahnhof in Korntal-Münchingen bei Stuttgart. Wir sind mit dabei, als Walter Bauer, Geschäftsführer von Bauer Holzbau, dem Korntaler Bürgermeister Dr. Joachim Wolf den symbolischen Schlüssel für ein Flüchtlingswohnheim überreicht.

Flüchtlingsunterkunft hoch drei

Eröffnet wird eine dreigeschossige Flüchtlingsunterkunft, die auf 540 Quadratmetern Nutzfläche 15 Wohneinheiten mit 26 Schlafräumen bietet. Bürgermeister Wolf freut sich über die gelungene Architektur und hochwertige Ausstattung des Gebäudes, das Walter Bauer als ein Wohnheim bezeichnet, das ideale Voraussetzungen für die vorübergehende, sozialverträgliche Unterbringung der Menschen in Not schaffe.

Billigbau ist anders

Bereits im Treppenhaus wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um „Billigbau“ handelt. Und beim Betreten der – noch leeren – Wohnungen bestätigt sich uns die Aussage Bauers: „Der Qualitätsstandard liegt deutlich über den normativen Anforderungen für solch ein Objekt“. Wir sehen diese Aussage in der sichtbar attraktiven Architektur mit Teil-Holzverschalung und großflächigen, bodentiefen Fenstern für helle Wohnräume und beispielsweise in Form der hochwertigen Lüftungsgeräte sowie fehlender Heizkörper umgesetzt. Will heißen: Statt der Radiatoren, die in kompakten Wohnräumen nicht zuletzt viel Stellfläche „verbauen“ gibt es hier eine Fußbodenheizung.

Geld nachhaltig investieren

Damit zur Gretchenfrage, die wir Walter Bauer vor Ort stellen: „Was kostet denn dieses Flüchtlings-Wohnheim?“ Antwort: Runde 1,25 Millionen Euro. Das macht, so unsere Kopfrechenübung, zirka 2.300 Euro pro Quadratmeter bezugsfertigem Wohnraum. Der Preis kann sich für diesen Standard sehen lassen. Das Credo des Hausbauers dazu: „Lieber das Geld in eine nachhaltige, hochwertige und energieeffiziente Bauweise investieren, als das Rad der Planung immer wieder neu zu erfinden.“

Im Bild (von rechts): Dr. Joachim Wolf (Bürgermeister Stadt Korntal), Norbert Weimper M.A. (Inhaber Prometheus Bau-Marketing.community), Dipl.-Ing. Walter Bauer (Präsident Holzbau Deutschland-Institut e.V. und Geschäftsführer Bauer Holzbau), Luise Dittmer M.A. (Prometheus Bau-Marketing.community)

Im Bild (von rechts): Dr. Joachim Wolf (Bürgermeister Stadt Korntal), Norbert Weimper M.A. (Inhaber Prometheus Bau-Marketing.community), Dipl.-Ing. Walter Bauer (Präsident Holzbau Deutschland-Institut e.V. und Geschäftsführer Bauer Holzbau), Luise Dittmer M.A. (Prometheus Bau-Marketing.community)

Holzbauweise ist schnell und preiswert

Diesen „attraktiven Preis“ erklärt der erfahrene Bauunternehmer also mit standardisierten Entwürfen und vor allem mit der Holzbauweise. Das heißt, die Häuser werden in reproduzierbarer Qualität im Werk vorgefertigt und dann binnen kürzester Zeit auf der Baustelle errichtet; im vorliegenden Fall stand der Dreigeschosser am dritten Montagetag regendicht da! Und bereits einige Wochen später war er bezugsfertig.

Tageslicht für innenliegende Räume

Nochmals rein in das Haus. Denn selbstredend wollen wir noch die sogenannten Tageslichtspots unseres Agenturkunden VELUX in Augenschein nehmen, die im Dachgeschoss natürliches Licht in die innenliegenden Flure zwischen den Wohnungen bringen; „eine super Lösung“, findet Bauer-Projektleiter Jörg Hiller, die auch Strom spart, weil nicht den ganzen Tag Lampen brennen müssen.

von rechts: Dipl.-Ing. Walter Bauer (Präsident Holzbau Deutschland-Institut e.V. und Geschäftsführer Bauer Holzbau), Norbert Weimper M.A. (Inhaber Prometheus Bau-Marketing.community), Luise Dittmer M.A. (Prometheus Bau-Marketing.community)

von rechts: Dipl.-Ing. Walter Bauer (Präsident Holzbau Deutschland-Institut e.V. und Geschäftsführer Bauer Holzbau), Norbert Weimper M.A. (Inhaber Prometheus Bau-Marketing.community), Luise Dittmer M.A. (Prometheus Bau-Marketing.community)

Umnutzung kein Problem

Zwei Gedanken noch um Schluss. Das Gebäude wurde in punkto Konstruktion und Grundrisse vorausschauend so konzipiert, dass man es später vergleichsweise einfach umnutzen kann. Dank raumseitiger Installationsebene in den Außenwänden lassen sich Leitungsführungen mit minimalem Aufwand ändern. Und neben der Möglichkeit, nichttragende Innenwände (in Holzrahmenbauweise) zu entfernen oder zu versetzen, könnten ein paar wenige, zusätzliche Wohnungstüren ganz neue Raumeinheiten schaffen. Der Architekt hat die Pläne für neun oder auch sechs Wohnungen mit jeweils 30, 60 oder 90 Quadratmetern bereits in der Schublade. Mit oder Veränderungen: Dieses derzeitige Flüchtlings-Wohnheim kann später genauso gut als Studentenwohnheim, als Mehrfamilienhaus oder für sonstige Einrichtungen und bürgerliche Zwecke genutzt werden.

Objekte an Kommunen vermieten

Über ein weiteres Thema hat Walter Bauer in einem Interview mit dem Holzbau-Fachmagazin „mikado“ laut nachgedacht. Aus seiner Sicht gibt es die Option, dass Holzbaufirmen solche Gebäude errichten und diese temporär oder dauerhaft an Kommunen vermieten. Ein Geschäftsmodell, das sich für mittelständische Betriebe mit ausreichender Eigenkapitaldecke sehr gut rechnen könnte.

Fazit des Bau-Marketing-Vor-Ort-Tandems Luise Dittmer und Norbert Weimper: Der Holzbau kann´s!

Norbert Weimper

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Work-Live-Balance? Bei selbstständig Kreativen bilden Arbeit und Freizeit die zwei Seiten der spannenden Medaille #Leben.
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