Social Aufsteiger: Instagram & Snapchat

Social Aufsteiger_Instagram_SnapchatEin Raunen geht durchs Internet, denn die digitale Welt steht einmal mehr vor einem Wandel. Der kommt schleichend und irgendwie nicht sonderlich überraschend: König Content regiert ein weit verzweigtes und unheterogenes, digitales Feld, in dem die Übersicht zu behalten schwerfällt. Allen voran buhlen die Social Media Kanäle um die Gunst der Nutzer, die hingegen immer mehr hinschauen und rausgucken, statt selbst am sozialen Onlineleben teilhaben zu wollen: „Aktivität? Nicht mit uns! Wir wollen konsumieren.“

Wir haben mal einen Blick auf die aktuelle Lage im sozialen Gefilde des Internets gewagt und stellen fest, dass ein Gewinner gar kein Hexenwerk sein muss. Es reicht oft schon ein guter Schnappschuss und der richtige Filter.

Die verzweifelte Suche nach Alternativen

Was gab es in den letzten Monaten immer wieder für einen Aufschrei. „Facebook ist tot“, wurde überall getitelt. Doch wenn nicht Facebook, wer denn dann? Denn Ello, Diaspora, Path, Voycee und die anderen Heilsbringer, die auf mehr Datenschutz vertrauen, konnten sich nicht durchsetzen. Und trotzdem: Auch Facebook, der soziale Regent, wird in die Knie gezwungen und vergreist im Angesicht seiner inaktiven Nutzer immer weiter. Wenn die Altvorderen vergreisen und die hochgehaltenen Alternativen ignoriert werden, wo sind sie denn hin, die Nutzer? Die Antwort: Instagram und Snapchat.

Die Social Aufsteiger

Während die Jugend nach leichter, eingängiger Kost schreit und ihre kleinen Bildchen auf Instagram und Snapchat verbreitet, wirkt der Social-Riese Facebook geradezu wie eine komplizierte Abhandlung über Teilchenphysik. Die neuen, hippen sozialen Netzwerke setzen hingegen nicht auf das geschriebene Wort, als vielmehr auf das (bewegte) Bild und verschwinden nicht selten gleich nach ihrem Auftauchen wieder – die Halbwertzeit eines geteilten Bildes bei Snapchat dauert zehn Sekunden, dann ist es weg. Für immer. Außer, man trifft Vorkehrungen. Der Konsum wird dadurch noch beiläufiger, während die Funktion des Kanals den eigenen Geltungsdrang und den Spieltrieb durch Gadgets und Sticker um eine Vielfaches anwachsen lässt.

Instagram & Snapchat in Zahlen

Instagram und Snapchat sind im Vormarsch. Ihre Anhängerzahl wächst kontinuierlich. Vor allem unter den jungen Leuten (bis 25 Jahren) sind sie zu den beliebtesten sozialen Netzwerken avanciert. Insgesamt befinden sich bereits 5,5 Millionen Deutsche auf Instagram. 400 Millionen sind es insgesamt. Auch Snapchat, das bereits seit 2011 auf dem Markt ist und seit einigen Monaten auch hierzulande immer mehr Nutzer gewinnt, kann auf weltweit 100 Millionen User zurückblicken und steht mit seinen sieben Milliarden Aufrufen pro Tag bereits auf Platz zwei hinter Facebook (acht Milliarden pro Tag) – eine beachtliche Aktivität, wenn man bedenkt, dass Facebooks Nutzer in die Milliarden gehen. Und auch in Deutschland hat Snapchat bereits mehr als drei Millionen regelmäßige Nutzer – Tendenz steigend.

Social Fast Food

Was macht gerade diese Kanäle so attraktiv und warum kommen ausgerechnet aus diesen sozialen Netzwerken die Helden von morgen? Es ist im Grunde eine Rückbesinnung auf alte Werte. Die Generation Y hat gelernt, sich im Internet zu präsentieren. Sie hat gar Tage und Wochen damit zugebracht, sich selbst eine eigene (nicht selten andere) Identität im Netz aufzubauen. Die heranwachsenden Generationen wollen sich diese Mühe nicht mehr machen und auch gar nicht alles aus ihrem Leben jedem preisgeben. Minimalismus und Authentizität sind ihr Begehr. Nur drei Klicks entfernt vom Ergebnis, spielen sie mit den Möglichkeiten, statt sich intensiv in diese hereindenken zu müssen. „Welche Freunde können das sehen?“, „Warum haben meine Freunde meinen Post nicht bekommen?“ „Wo war nochmal die Option, um ein Bild zu posten?“, „Und warum sieht das Bild nach dem Veröffentlichen nicht so gut aus?“ – solche Fragen will sich heute keiner mehr stellen. Die modernen Kanäle bieten daher bewusst reduzierte und intuitive Möglichkeiten, die sich selbst zuerklären und ein authentisches Ergebnis zubringen, das seine Zielgruppe nicht verfehlt.

Diese Alternativen, zu denen man sich entschlossen hat, sind damit nicht unbedingt besser, sondern nur leichter. Faulheit, Gemütlichkeit und Trägheit der neuen Nutzer sei Dank, mussten die Programmierer und Köpfe hinter Snapchat und Instagram ein Weg finden, Social Media zu einem Fast Food Snack zu entwickeln. Und es ist ihnen gelungen. Kurzweiligkeit siegt vor Content mit Mehrwert. Warum auch nicht? Denn schon PR und Marketing wissen genau, dass die Aufmerksamkeitsspanne des Konsumenten ohnehin sehr kurz ist.

Social Aufsteiger für PR?

So ist für die PR dieser neue Social Media Konsum genau richtig. Gleicht er doch der guten alten Werbung. 30 Sekunden im TV, im Radio sogar nur 10 Sekunden – mehr Zeit hat man nicht, um das Interesse des Kunden zu wecken. Ein Bild mit der richtigen, kurzen Aussage zur passenden Zeit kann das ausschlaggebende Gewicht in der Waagschale sein, um neue Menschen im Internet bei beiläufigem Scrollen durch den Newsfeed für sein Produkt zu gewinnen.

Diesen Trend haben nicht nur die Agenturen, sondern auch die Firmen für sich erkannt: Es gibt bereits 200.000 Werbekunden weltweit auf Instagram. Das sind sogar mehr als auf Twitter (130.00 Werbekunden). Seit 2015 ist auch in Deutschland eine kommerzielle Nutzung von Instagram möglich. Werbung schalten, ist dabei nur eine Maßnahme. Und hier sind wir wieder bei King Content. Denn, wenn das Bild nicht stimmt, nützt auch dessen Werbeeinblendung nichts. Mit Emotion erreicht man mehr als mit reiner Werbung. Bei Instagram und Snapchat zählt die Ästhetik und der Spaß mehr als das Produkt. Eine Geschichte soll erzeugt werden und das Produkt ist nur noch ein Teil dessen. In Snapchat wird die Geschichte zur Methode: Neben einfachen Bildern und kurzen Videos, kann man auch eine Story (um das Produkt herum) erzählen. Doch die muss sitzen, denn sie hält nur 24 Stunden und ist dann für immer weg. Das ist dann aber immer noch länger als so manch andere Facebook-Alternative bestand hatte.

 

Quelle:
t3n.de/news/teenager-whatsapp-snapchat
bento.de/gadgets/erfolg-auf-snapchat-instagram
t3n.de/news/200000-fuenf-monaten-instagram
buggisch.wordpress.com
socialmedia-institute.com/uebersicht-aktueller-social-media-nutzerzahlen
tagesspiegel.de/wirtschaft/alternative-netzwerke
futurebiz.de/artikel/facebook-twitter-oder-instagram
testaffe.rocks/zu-alt-fuer-diesen-scheiss-snapchat
chip.de/news/Snapchat-Beliebter-als-Facebook-Instagram-und-Co
construktiv.de/aktuelle-nutzerzahlen-fuer-die-social-media-landschaft-in-deutschland-2016

 

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