Soziale Einöde Internet – Teil 1: Die Dominanz von Facebook

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Viele versuchen es, doch keiner kommt an das mächtige weiße „F“ auf blauem Grund heran. Facebook ist und bleibt der Garant digitaler und sozialer Interaktionen. Auch wenn die Unkenrufe in den letzten Monaten immer lauter wurden, dass auch Facebook zunehmend verwaise, ist doch hierzulande Facebook einfach nicht aus den Köpfen herauszubekommen.

Sozial Einöde Internet?

Vor 10 Jahren (am 4. Februar 2004) startete Zuckerberg’s „Facebook“ an ausgewählten US-Universitäten. Kaum wurde das Uni-Netzwerk auch für Außenstehende freigegeben, setzte es sich das heutige multimillardendollar-schwere Netzwerk durch. Gleichzeitig begann das Sterben deutscher Netzwerke im Internet: StudiVZ, als deutsches Facebook-Pendant 2005 gestartet, war einst DIE Plattform für junge deutsche Netzwerker. Doch mit der zunehmenden Dominanz von Facebook auch im deutschsprachigen Raum musste sich das lebte StudiVZ bald geschlagen geben. Und dass, obwohl das deutsche Netzwerk sehr bemüht war mit den aktuellen Trends zu gehen und sich ständig zu verbessern.

Eine wüste Einöde um Facebook entsteht: Mit dem Faceook-Hype versuchten auch andere kleine soziale Netzwerke auf den sozialen F-Zug aufzuspringen und hatten anfangs durchaus Erfolg. Stellenweise gibt es diese Ableger, wie Lokalisten, zwar immer noch, aber ihre digital-soziale Relevanz in Deutschland haben sie schon lange verloren. Vor kurzem erwischte es einen der größten unter den kleinen: RTL’s Privatnetzwerk Wer kennt wen stellte am 2. Juni 2014 den Betrieb ein.

Von richtiger Konkurrenz ist auch international keine Spur. Irgendwo zwischen einem fast ignorierten Google+, einem regen Bildertausch auf Instagram (mittlerweile Eigentum von Facebook Inc.) und einem recht aktiven Kurzgezwitscher auf Twitter, suchen und finden sich die Unternehmen Deutschlands lieber über Xing und LinkedIn, während die Jugend Facebook in einer frenetischen Hassliebe treu bleibt. Wie konnte Facebook seine Konkurrenz immer wieder ausbooten und worin liegt Zuckerbergs Erfolgsgeheimnis?

Die Dominanz von Facebook

Facebook ist die logische Konsequenz aus allen digitalen Kommunikationsmittel und gleichzeitig dessen Zentralisierung an einen Ort. Marc Zuckerberg hat ein Monopol geschaffen, an dem alle Nutzer des Internets erstmals spürbar zusammenkamen – und zwar auf internationaler Ebene.

Bilder teilen und kommentieren, Nachrichten verschicken, posten und bald auch chatten und Videokonferenz: Diese Kumulation von Kommunikationsmittel in Verbindung mit Freundeslisten und einer engen Verknüpfung mit Website-Content machte Facebook zu mehr als nur einem sozialen Netzwerk. Es wurde zu einer Suchmaschine mit Filter, in der nur das angezeigt wird, was für den einzelnen Nutzer interessant ist. Mittlerweile hat sich Letzteres zwar etwas relativiert und dennoch ist Facebook neben seiner Vielfalt ein persönlicher und öffentlicher Kommunikation auch ein Newsfeed und Themen-Trendsetter.

Nebenbei kann es mit so ziemlich jeden anderen Social Network (Ausnahme: Google+) verknüpft werden und hat dadurch bis heute seine Position als zentrale Anlaufstelle, trotz großer Kritik am Datenschutz, behalten.
Dadurch wächst Facebooks Dominanz nach wie vor. Derzeit kann das Netzwerk alleine in Deutschland zwischen 20 und 25 Millionen Nutzer aufweisen. Ein soziales Netzwerk, das in einem Monat mehr als 599 Millionen Visits in Deutschland erhält, kann daher nicht zum Sterben verurteilt werden. Im Gegenteil: Facebook lebt und scheint ungebremst.

Und doch, wenn man genauer hinschaut, wachsen ganz heimlich und still kleine soziale Netzwerke aus dem Boden und verkümmern nicht selten im gleichen Augenblick wieder. Erfahren Sie im zweiten Teil der Reihe „Soziale Einöde Internet“ mehr über die „sozialen Nischenkinder“ unter den Netzwerken, die am Rande von Facebooks Peripherie überlebt haben…

von Jörg Gottschling

Jörg Gottschling

Jörg Gottschling

Chronischer Querdenker im #Hashtag-Fieber, Digitale Native, Social-Irgendwas und bloggender Blogger
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